Vom Wanderparkplatz Hintergschwend startete die motivierte Gruppe zunächst auf dem klassischen Wanderweg in Richtung Kampenwand. Doch der Plan hieß: Abenteuer abseits der Hauptrouten. Nach etwa 40 Minuten bogen die Wanderer ab und nahmen Kurs auf den markanten Zwölferturm. Als sich der Wald öffnete, präsentierte sich der imposante Felsturm prompt in seiner vollen Pracht.
Ab hier wurde es ernst: Zuerst ging es steil bergauf, bevor die Route direkt unter der steilen Felswand quer in Richtung Sattel führte. Auf diesem Abschnitt waren durchaus Kletterkünste und absolute Trittsicherheit gefragt. Die Gruppe meisterte die Kraxelei jedoch mit Bravour. Besonders beeindruckend: Die älteste Teilnehmerin der Truppe – stolze 87 Jahre alt – meisterte die Schlüsselstellen absolut souverän und zeigte, dass Leidenschaft für die Berge keine Altersgrenze kennt.
Vom Sattel aus ging es weiter zum eigentlichen Tagesziel, der Gedererwand. Das Gelände hier ist anspruchsvoll, ein stetiges, konzentriertes Auf und Ab über Stock und Stein. Am Gipfel angekommen, blieb die erhoffte, weite Rundumsicht allerdings aus – der Berg hatte sich tief in dichten Nebel gehüllt. Nach einer kurzen, wohlverdienten Brotzeit im grauen Dunst wurde der Rückmarsch zum Sattel angetreten.
Gipfelglück im zweiten Anlauf
Wer nun dachte, das triste Wetter hätte der Gruppe die Laune verdorben, irrte gewaltig. Voller Tatendrang und Motivation beschlossen die elf Wanderer, spontan noch den Sulten zu besteigen. Ein knackiger, steiler Anstieg von 20 Minuten, der sich mehr als lohnen sollte: Auf dem Gipfel des Sulten riss die Wolkendecke auf und belohnte die Gruppe mit einem traumhaften Panorama.
Das Fazit des Tages: Manchmal muss man sich den Ausblick einfach im zweiten Anlauf verdienen!
Zum Ausklang des Tages stieg die Gruppe über die Schlechtenberg Alm ab. Bei Kaffee, Kuchen und einem fantastischen Blick hinab auf den Chiemsee ließen die Teilnehmer die Erlebnisse Revue passieren, bevor es zurück zum Parkplatz ging. Ein rundum gelungener Tag in den Bergen, der bewies, dass sich der Aufbruch auch bei schlechter Vorhersage fast immer lohnt.
Organisation und Bericht: Roland Biro