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Gletschertour im Herzen der Silvretta

am 22./23.08.2026

01.09.2026

Die heißen Temperaturen des heurigen Sommers sind auch im Hochgebirge spürbar. Während in der Zeitung von der Schließung der Gletscherskigebiete die Rede ist, wollten es die Bergsteiger des Alpenvereins aber noch einmal wissen.

Am Samstagmorgen des 22.08.2026 traf sich eine 9-köpfige Gruppe von Alpinisten (darunter 2 Frauen) des DAV Rottal-Neumarkt-Sankt Veit um seine Reise ins Silvretta-Massiv anzutreten. Mit 2 Autos ging es in ca. 4 Stunden durch das Paznauntal bis hinauf zur Bielerhöhe am Silvretta-Stausee auf etwa 2000 m.

Von dort aus nahm die Gruppe unter der Leitung von Flo Rettenbeck den Hüttenzustieg auf die Wiesbadener Hütte in Angriff. Nach der Ankunft auf 2430 m wurde erst einmal ausgiebig pausiert und ein Quartier im Matratzenlager bezogen, bevor man sich auf der Wiese hinter dem Gebäude wiederfand, um die Technik der (Gletscher-)Spaltenbergung zu üben.

Am Sonntagmorgen, nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht, war es dann so weit. Nach etwa 1 Stunde und 15 Minuten Zustieg stand man am Rande des Ochsentalferners und legte die Gletscherausrüstung an, um das 3243 m hohe Silvrettahorn anzusteuern. Ein jeder Teilnehmer war über die Wahl des Gipfelziels sehr dankbar, denn üblicherweise haben sämtliche Hüttengäste den überlaufenen Nachbarberg, den Piz Buin im Sinn. Für die Gletscherquerung fand man beste Bedingungen vor: Offene und sichtbare Spalten und dennoch eine sehr griffige Oberfläche aufgrund der leichten Schneefälle 2 Tage vorher.

Beim Übergang an die Felspartie des Gipfelanstiegs konnte der Tourenleiter ebenfalls erleichtert feststellen, dass es keine Schneereste und kaum Vereisungen am Gipfelgrat mehr gab, die die Unternehmung deutlich erschwert hätten. So gelang es allen Teilnehmern, bereits gegen 10:30 den imposanten Felsengipfel zu erreichen. Dafür mussten Kletterstellen im 2. Schwierigkeitsgrad überwunden werden, wofür jedoch niemand eine Seilversicherung brauchte.

So machten sich die Bergsteiger wieder auf den Rückweg und begegneten der einzigen Seilschaft, die an diesem Tag ebenfalls das Silvrettahorn auserkoren hatte.

Zurück auf der Hütte legte man nur noch eine kurze Einkehr ein, denn der Fußweg bis zur Bielerhöhe und die Heimfahrt waren noch sehr lang.

 

Bericht: Sebastian Rettenbeck