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Hochtourenkurs in der Glocknergruppe

vom 19.06. bis 21.06.2026

01.07.2026

Nach einigen witterungsbedingten Ausfällen in den letzten Jahren führte die DAV‑Sektion Rottal Neumarkt‑St. Veit vom 19. bis 21. Juni wieder einen Hochtourenkurs für Einsteiger durch.

Die Trainer Michael Wagner und Florian Rettenbeck führten acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Glocknergruppe auf die Oberwalder Hütte – zu einem unvergesslichen wie lehrreichen Wochenende.

 

Auch dieses Mal war die Durchführung des Hochtourenkurses nicht gesichert. Wetter- und Buchungskapriolen verlangten Trainern und Teilnehmenden Flexibilität ab. Den ursprünglich für Anfang Juli vorgesehenen Kurs im Kaunertal konnte Michael Wagner mit Organisationsgeschick auf den Termin legen, der eigentlich für die Trockenübung der Knotenkunde und Spaltenbergung vorgesehen war. Mit der Oberwalder Hütte fand sich ein perfekt geeigneter Ausbildungsort.

 

Nach spektakulärer Anfahrt über die Glockner‑Hochalpenstraße und dem Zusammentreffen an der Kaiser‑Franz‑Josefs‑Höhe auf 2369 m ü. A. führten die Trainer den obligatorischen Ausrüstungscheck durch. Im Anschluss machte sich die Gruppe durch die Tunnel des Gamsgrubenwegs Richtung Pasterzengletscher auf. Wo der Gletscher einst den Zustieg zur Oberwalder Hütte prägte, wanderten die drei Frauen und sieben Männer nun durch eine postglaziale Transformationszone. Der Weg führte über lose Blockhalden, steile Felsstufen und Firnfelder bis zu einem versicherten Steig. Hier galt es, eine gewaltige Steilstufe mit viel losem Material zu überwinden, die der Rückzug des Burgstallkeeses freigelegt hat.

 

Nach Ankunft an der Hütte, Bezug des Lagers und kurzer Stärkung starteten zwei Vierergruppen mit ihren Trainern ein intensives Lehrprogramm. Materialkunde, Knoten sowie Geh‑ und Sturztechniken füllten den restlichen Nachmittag. Nach Rückkehr in die Unterkunft bestimmten vor allem die wechselhaften Wetteraussichten infolge der Hitzewelle die Gespräche während des geselligen Beisammenseins. Von ganztägigem Theorieunterricht im Seminarraum bis hin zu unterschiedlichsten Routen für eventuelle Schönwetterfenster spielte die Runde zahlreiche Optionen durch. Klar war dabei immer: Sicherheit geht vor – die Gruppen würden am Samstag in Hüttennähe bleiben.

 

Am Samstag gegen 6:30 Uhr befanden sich beide Gruppen auf dem Eis. Jede Minute guten Wetters sollte genutzt werden. Sehr praxisnah verstanden es Michael Wagner und Florian Rettenbeck, einfache Spaltenbergungen zu vermitteln und direkt mit den Teilnehmenden zu üben. Nebenher gaben die Trainer allerhand Tipps und Tricks zur Organisation von Karabinern, Seil und Ausrüstung. Da das Wetter hielt, nutzte Michael Wagner mit seiner Seilschaft die Gelegenheit und stieg gute 200 Höhenmeter zum Vorderen Bärenkopf (3150m) auf, womit der erste Gipfel des Kurswochenendes erreicht war. Nach einer Mittagspause lehrten Wagner und Rettenbeck weitere grundlegende Techniken wie das Ankersetzen mit Pickel und die Bergung per Seilrolle. Abends belohnte die Teilnehmenden ein zünftiger Hüttenschmaus. Den Anstoß der deutschen Nationalmannschaft um 22 Uhr erlebte jedoch keiner mehr.

 

Für Sonntag hatten sich beide Gruppen für den Gipfelanstieg zum Johannisberg auf 3453 m ü. A. entschieden. Routenwahl, Verhalten in der Seilschaft und Vorgehen bei ungünstigen Verhältnissen wurden am Vortag gemeinsam besprochen. Mit diesem Wissen machten sich die Seilschaften zeitig auf, um in tiefem Firnschnee über den breiten Pasterzenboden Richtung Gipfel zu marschieren. Diesen erreichten sie nach etwa zweieinhalb Stunden bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune. Dort boten sich imposante Blicke auf die nahegelegenen Dreitausender wie den Großglockner im Südwesten, den Hocheiser und das Kitzsteinhorn im Norden oder das Große Wiesbachhorn im Westen. Die sich bei steigenden Temperaturen rasch verschlechternden Bodenverhältnisse sprachen allerdings für einen baldigen Abstieg. Am frühen Mittag fanden sich alle wieder an der Oberwalder Hütte ein. Es blieb noch Zeit für ein entspanntes Feedbackgespräch bei Brotzeit und Kaffee. Die Trainer konnte dabei viel Lob und Begeisterung für weitere Hochtouren einholen.

Bericht: Severin Zeilbeck