Nicht jeder Weg muss auf einen Gipfel führen, um neue Horizonte zu eröffnen. Am Samstag, den 30. Mai, begab sich eine Gruppe von 24 neugierigen Teilnehmern bei Sachrang auf eine „Wanderung der Sinne“ – eine Einladung, den Alltag hinter sich zu lassen und die Natur einmal ganz bewusst neu zu erleben.
Der Tag begann bereits mit einer Einstimmung: Nach gemeinsamen Lockerungsübungen am Startpunkt machten wir uns auf den Weg in Richtung Sachrang. Was folgte, war keine gewöhnliche Wanderung, sondern eine Entdeckungsreise für die Wahrnehmung - Tasten, Lauschen und bewusste Stille.
Unter dem ausladenden Blätterdach einer alten Linde wurde zunächst der Tastsinn geschärft. Beim spielerischen Erforschen verschiedener Gegenstände löste sich die anfängliche Zurückhaltung schnell in heiteres Lachen auf. Der Weg führte uns weiter Richtung Ölbergkapelle, unterbrochen durch einen Moment tiefer Verbundenheit an einem versteckten Waldplatz. Hier fanden wir bei geführten Atemübungen die nötige Ruhe, um den Trubel der Welt für einen Moment auszublenden.
In der Ölbergkapelle selbst erwartete uns der emotionale Höhepunkt der Tour: Luis und Silvia bereicherten den Ort mit ihrem Gesang und hüllten den Raum in eine berührende, musikalische Atmosphäre.
Die Natur als Spielplatz der Sinne nutzend, forderte die nächste Etappe unsere Koordination heraus. Ob beim mutigen Barfußgang zum Kneippbecken, der echtes „Fußspitzengefühl“ verlangte, oder beim Blindgang durch das Gelände – die Teilnehmer verließen ihre Komfortzone und lernten, sich allein auf ihr Gehör und ihre Intuition zu verlassen.
Nachdem wir uns bei einer kleinen Geschmacksprobe stärken konnten und unsere Balance am Wegesrand erprobten, führte uns die Route bis zum malerischen Wasserfall. Den feierlichen Abschluss bildete ein Moment der Stille in der Kirche von Sachrang, bevor wir den Tag bei einem gemütlichen Ausklang im Biergarten gemeinsam Revue passieren ließen.
Diese besondere Wanderung hat einmal mehr bewiesen: Es sind nicht immer die höchsten Gipfel, die uns das größte Glück bescheren. Manchmal reicht es aus, das Tempo zu drosseln, die Sinne zu öffnen und den Weg selbst zum Ziel zu machen. Ein inspirierender Tag, der uns gezeigt hat, wie bereichernd es ist, den Fokus auf das Hier und Jetzt zu richten.
Organisation und Bericht: Roland Biro